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Zur Literatur Yasmina Rezas

"Ecrire hors saison</I>. Die Perspektive des Alters im Werk einer jungen Autorin

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Ulrike Oehlsen

Yasmina Reza ist mit den Theaterstücken Kunst, Dreimal Leben und Ein spanisches Stück die weltweit meist gespielte zeitgenössische Dramatikerin. Der Erfolg ihrer Stücke macht Reza zum «Liebling des internationalen Boulevards», zur «richtigen Autorin für amüsante Lifestyleprobleme»; so ist es im Feuilleton immer wieder zu lesen. Derartige Etikettierungen aber verdanken sich einzig einem großen Mißverständnis, denn Reza bietet ihrem Publikum nur auf den ersten Blick leichtverdauliche Kost. Auf den zweiten Blick erweisen sich ihre Texte als kritische Diagnose der Moderne, als Sektion des Jugendkultes, als Abgesang auf die «Poetik der Oberfläche» der Postmoderne. Positives Movens dieser Kritik und gleichzeitig strukturbildendes Moment der Textproduktion Rezas bis hin zum Roman Adam Haberberg (2003) ist die Perspektive des Alters, die sich durch eine antimoderne und zugleich nicht postmoderne Einstellung zur Welt und zum Leben auszeichnet.
Aus dem Inhalt: La pitié et la littérature - Reza und die Postmoderne – Das Alter in der Postmoderne – Die Perspektive des Alters im Allgemeinen, in der zeitgenössischen Literatur und in Rezas Werk – Die alte Frau bei Reza - ein Phantom: Der alte Mann bei Reza - der Herrscher – Die Perspektive des Alters und ihre dramatische Form: Tragikomik, Spannungsverlauf, Episierungstendenzen in Form von Monologen, Sprache – Biographischer, philosophischer und kultureller Hintergrund der Perspektive des Alters in Rezas Werk: Rezas Hammerklavier, Cioran und das Judentum.