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Zur Literatur Yasmina Rezas

"Ecrire hors saison". Die Perspektive des Alters im Werk einer jungen Autorin

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Ulrike Oehlsen

Yasmina Reza ist mit den Theaterstücken Kunst, Dreimal Leben und Ein spanisches Stück die weltweit meist gespielte zeitgenössische Dramatikerin. Der Erfolg ihrer Stücke macht Reza zum «Liebling des internationalen Boulevards», zur «richtigen Autorin für amüsante Lifestyleprobleme»; so ist es im Feuilleton immer wieder zu lesen. Derartige Etikettierungen aber verdanken sich einzig einem großen Mißverständnis, denn Reza bietet ihrem Publikum nur auf den ersten Blick leichtverdauliche Kost. Auf den zweiten Blick erweisen sich ihre Texte als kritische Diagnose der Moderne, als Sektion des Jugendkultes, als Abgesang auf die «Poetik der Oberfläche» der Postmoderne. Positives Movens dieser Kritik und gleichzeitig strukturbildendes Moment der Textproduktion Rezas bis hin zum Roman Adam Haberberg (2003) ist die Perspektive des Alters, die sich durch eine antimoderne und zugleich nicht postmoderne Einstellung zur Welt und zum Leben auszeichnet.
Die Autorin: Ulrike Oehlsen, geboren 1975 in Berlin, studierte nach einer privaten Schauspielausbildung Französische Philologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin und Paris. Sie arbeitete u. a. als Dozentin für Französische Literaturwissenschaft, als Literaturagentin und als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Ulrike Oehlsen lebt und arbeitet heute in Berlin.