Show Less
Restricted access

Reformpädagogik und Schulreform

Diskurse in der sozialistischen Presse der Weimarer Republik- Quellenauswahl aus den Zeitschriften "Die Neue Zeit/Die Gesellschaft </I>und "Sozialistische Monatshefte</I> (1919-1933)

Series:

Christa Uhlig

Als Aspekt von sozialer Gerechtigkeit und humanistischer Selbstbestimmung scheint Bildung trotz gegenteiliger Rhetorik zunehmend an Substanz zu verlieren. Vor diesem Hintergrund kommt der Rekonstruktion der Schulreformdiskussion in der Weimarer Republik, die in ihren demokratischen Tendenzen maßgeblich von der Arbeiterbewegung und ihren Zielen nahe stehenden reformpädagogischen Kreisen getragen wurde, ein spezifischer Lernwert zu. Hier entstanden entwicklungsoffene, variantenreiche Denkmodelle einer modernen sozialintegrativen Schule und Pädagogik, die bis heute ihre Anziehungskraft auch deshalb nicht verloren haben, weil sie über historisch-konkrete, klassenspezifische und parteipolitische Interessen hinaus zur Entwicklung humanistischer und zivilisatorischer Einstellungen zu Bildung und Bildungsgerechtigkeit beigetragen haben. Die in der Auswahl präsentierten Texte spiegeln einen spannungsreichen Suchprozess, in dem unterschiedliche weltanschauliche, politische und pädagogische Erwartungen auch in der Überzeugung zusammentreffen, dass eine gemeinsame Schule für alle Kinder eine Aufgabe moderner Gesellschaftsentwicklung und vor allem ein «Gebot der menschlichen Würde» ist.
Aus dem Inhalt: Zum Forschungszusammenhang: Ziele und Intentionen der Quellenauswahl - Die Veränderung der Zeitschriftenlandschaft in der Weimarer Republik - Die Entstehung eines linken pädagogischen Zeitschriftenmarktes - Zum Quellenwert nichtpädagogischer Zeitschriften - Zur Auswahl und Präsentation der Quellen – Arbeiterbewegung und Reformpädagogik in der Weimarer Republik: Die Spaltung der Arbeiterbewegung und die Differenzierung ihrer Bildungspolitik - Exkurs: Clara Zetkin und Heinrich Schulz - Der Kompromisscharakter sozialdemokratischer Schulpolitik in der Weimarer Republik - Die Entstehung einer reformpädagogischen Praxis im Umfeld der Arbeiterbewegung - Die Haltung der bürgerlichen Reformpädagogik zur Arbeiterbewegung – Die Neue Zeit, Die Gesellschaft und die Sozialistischen Monatshefte in der Medienlandschaft der Weimarer Republik: Die Neue Zeit (1919-1923) und Die Gesellschaft (1924-1933) - Die Sozialistischen Monatshefte (1919-1933) - Gesellschaftstheoretische Konzepte der Zeitschriften - Erziehung, Bildung und Schule im Selbstverständnis der Zeitschriften - Die Autorinnen und Autoren – Schulreform und Reformpädagogik als Themen in der Neuen Zeit, der Gesellschaft und in den Sozialistischen Monatsheften: Konturen sozialistischer Schulreform und Pädagogik - Der Zusammenhang von Gesellschaft und Erziehung - Internationalität als Erziehungsaufgabe - Die Erziehung zur Gemeinschaft - Die Arbeitsschule als Arbeitsgemeinschaft - Die Einheitsschule als Gebot der «menschlichen Würde» - Die Haltung zur bürgerlichen Reformpädagogik - Die Auseinandersetzung mit der Pädagogik «vom Kinde aus» - Die Verteidigung des sozialpädagogischen Ansatzes Paul Natorps - Die Haltung zu den Landerziehungsheimen - Kritik der anthroposophischen Pädagogik – Über den Sinn der erziehungstheoretischen Beschäftigung mit der Arbeiterbewegung - ein Resümee – Quellenauswahl.