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«Eine Arbeit über meinen Stil / sehr interessant»

Zum Sprechverhalten in Thomas Bernhards Theaterstücken

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Martina Ochs

Das Sprechverhalten in Thomas Bernhards Theaterstücken gibt Lesern und Zuschauern Rätsel auf. Mit Hilfe von Gesprächs- und Stilelementeanalysen wird untersucht, welche Details die Entschlüsselungsmaschinerie des rezipierenden Geistes in Gang setzen. Dabei offenbart sich ein poetologisches Prinzip des Autors. Er lässt seine Personen kommunizierend in unzumutbaren Situationen ausharren, während er den Rezipienten bei der Rekonstruktion dieser Situationen in die Irre führt. Zudem ergibt die genaue Betrachtung des rhetorischen Inventars auffällige Ähnlichkeiten zur Politiker- und Werbesprache. Dies führt zu ambivalenten Wirkungen und erklärt, weshalb wir uns angesichts des spezifisch Bernhardschen Stils oft einer verbalen Manipulation ausgesetzt fühlen, die uns merkwürdig alltäglich vorkommt.
Aus dem Inhalt: Thomas Bernhard und seine Dramen – Sprechverhalten der dramatis personae – Unzumutbare oder abwegige Redekonstellationen – Rollendiffusion in Über allen Gipfeln ist Ruh Diffamierende Eloge in Über allen Gipfeln ist Ruh – Interessenkonflikt in Der Ignorant und der Wahnsinnige – «Zersetzende» Verhältnisse in Vor dem Ruhestand Kennzeichnende sprachliche Mikrophänomene in Die Berühmten, Der Theatermacher, Die Jagdgesellschaft etc. – Rhetorische Besonderheiten von Alliteration bis Zeugma und ihre Wirkungen – Handhabung von vorgeprägten Redeinhalten.