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Patientenautonomie und Willensfreiheit im Umfeld der Gerontopsychiatrie

Über die praktische Realisierbarkeit philosophischer Denkansätze in der Medizin

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Sibylle Plunger

Mit dem Anstieg der Lebenserwartung verbindet sich eine erhebliche Zunahme an körperlichen, seelischen und geistigen Alterskrankheiten. Die Konsequenzen, die für eine zivilisierte Gemeinschaft aus der Versorgungsverantwortung gegenüber den Betroffenen erwachsen, sind weitreichend. In der Philosophie gehört es zu den Aufgaben der Ethik, medizinisch-technische Entwicklungen einer kontinuierlichen Beobachtung und kritischen Bewertung zu unterziehen. Diese Untersuchung widmet sich der komplexen Frage nach der praktischen Realisierbarkeit philosophischer Denkansätze in der Medizin. Im Mittelpunkt der Analysen steht vor allem die Auslotung der Möglichkeiten, aber auch der Grenzen von individueller Autonomie und menschlicher Willensfreiheit im Kontext der Geronto- oder Alterspsychiatrie. Die Verknüpfung theoretischer Reflexionen mit empirischen Untersuchungen zur aktuellen Versorgungssituation alter und psychisch kranker Menschen in Deutschland, Österreich und Italien führt zu mehrschichtigen Ergebnissen. Nicht zuletzt lässt die betont interdisziplinäre Ausrichtung dieser Arbeit ein facettenreiches Bild der philosophischen Begründungsversuche der Patientenautonomie entstehen.
Aus dem Inhalt: Autonomie und Willensfreiheit im philosophischen Diskurs – Der Autonomiebegriff im Kontext der Medizin – Alter, Psychiatrie, Gerontopsychiatrie: kulturgeschichtliche und phänomenologische Aspekte – Empirische Untersuchungen zur aktuellen Versorgungssituation alter und psychisch Kranker in Deutschland, Österreich und Italien – Deskriptive Auswertung der erhobenen Befunde, Ländervergleich – Philosophische Denkansätze und die medizinische Alltagsrealität: Erkenntnisse, Perspektiven, Lösungsversuche.