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«Von den Rändern her gelesen»

Zur Funktionalität der Dimension «Natur» im novellistischen Œuvre Clara Viebigs

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Anke Susanne Hoffmann

Diese Studie analysiert ausgehend von der Funktionalität der Dimension «Natur» zum einen die Dramaturgie der Viebig‘schen Novellen und zeigt zum anderen die zentralen diskursiven Felder auf, die die Autorin zum literarischen Interdiskurs ausarbeitet. Hierbei wird deutlich, dass in Viebigs Werk nicht ein eindimensionales, sondern ein ambivalentes Weltbild, in das eine Vielzahl literarischer wie ideologischer Strömungen einfließen, transportiert wird. «Natur» entfaltet im Novellenkonzept Viebigs einen textkonstitutiven Mehrwert, ohne den weder die Textdramaturgie noch die narrative Ebene bestehen können. «Natur» ist demnach das entscheidende Kriterium in Clara Viebigs Novellenwerk und muss über die Grenzen der literaturgeschichtlichen Kategorien Naturalismus und Heimatkunst hinaus betrachtet werden.
Aus dem Inhalt: Die Leistung der Dimension «Natur» für die Novellendramaturgie – Natur als unabhängige, beliebige und erhabene Größe - die Naturgewalt als Allmacht – «Die Sonne sehen» - das Verlangen nach Glück und selbstbestimmter Lebensführung – Lebenskrisen als Auslöser von Fluchtbewegungen - die Dimension «Natur» als Refugium – «Heimat» - Facetten eines ambivalenten Wertes zwischen spatialer Fixierung, Weiblichkeit und Fremdwahrnehmung.