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Die Politik der Erinnerung und des Vergessens in Namibia

Umgang mit schweren Menschenrechtsverletzungen der Ära des bewaffneten Befreiungskampfes 1966 bis 1989

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Gustine Hunter

Nach dem Übergang zur Demokratie stellt sich dem unabhängigen Namibia die Frage, wie mit dem gewaltsamen Erbe des Unrechtsregimes und des antikolonialen Widerstandes umgegangen werden soll. Schwere Menschenrechtsvergehen wurden sowohl von Seiten der südafrikanischen Besatzungsmacht als auch von der nationalen Befreiungsbewegung verübt. In Namibia entsprach die bedingungslose Amnestie dem Geist des paktierten Überganges und der Nationalen Versöhnungspolitik. Mit Verweis auf pragmatische Erwägungen, die um den Erhalt der politischen Stabilität kreisen, werden Prozesse der Wahrheitsfindung blockiert. Mit einer umfassenden Aufarbeitung des Themenkomplexes soll die Arbeit einen Beitrag zum besseren Verständnis des Befreiungskampfes liefern. Unter Einbeziehung einer Vielzahl neuer Quellen widmet sich die Studie nicht nur verdrängten Kapiteln der jüngsten Geschichte des afrikanischen Staates, sie gibt auch Anlass zum Nachdenken über die Maßstäbe internationaler Solidarität.
Aus dem Inhalt: Umgang mit Vergangenheit im Transitionsprozess – Namibias gewaltsames Erbe – Systemwechsel in Namibia – Zur zeitgenössischen Erinnerungskultur – Gegenerinnerung im Niemandsland der Zeit – Zur Rolle der Kirchen.