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Geschichte als Palimpsest

Erinnerungsstrukturen in der Poetik von Danilo Kiš

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Tatjana Petzer

Danilo Kišs Gesamtwerk ist als ein mnemopoetisches Palimpsest konstruiert, das zwischen Geschichte und Gedächtnis, zwischen der Aufbewahrung des Gewesenen und dessen Vergegenwärtigung insbesondere im Gedenken an die Toten vermitteln will. Der jüdischen hermeneutischen Tradition verpflichtet, überliefert Kišs Erinnerungstextur das Dokument samt Kommentar und Exegese. Auf dieser Grundlage wird den Spuren der Gewalt, die die europäische Geschichte an den Juden hinterlassen hat und die als solche in das narrative Palimpsest eingeschrieben sind, ihre konkrete Referenz zugewiesen. Kišs Poetik führt exemplarisch die Funktionen des Speichers, der Übermittlung und der Sinnstiftung des Vergangenen vor, die Literatur angesichts der Katastrophen des 20. Jahrhunderts übernehmen kann.
Aus dem Inhalt: Geschichte und Gedächtnis – Magazin und Palimpsest – Ethik und Historiographie der Literatur – Lebensläufe und Erinnerungsräume – Kreativität und Katastrophe.