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«Sub specie aeternitatis»

Studien zum Verhältnis von historischer Situation und Heilsgeschichte im Redentiner Osterspiel

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Maike Claußnitzer

Das 1464 in Lübeck entstandene Redentiner Osterspiel ist eines der bedeutendsten deutschen Mysterienspiele. In zwei Szenenkomplexen schildert es die Auferstehung Jesu und die Höllenfahrt sündiger Seelen. Die Darstellung von Erlösung und Verdammnis verharrt jedoch nicht im Allgemeingültigen, sondern wird eng auf die Entstehungszeit des Stücks bezogen. Diese Verflechtung von Heilsgeschichte und historischer Situation steht im Zentrum der Untersuchung. Ergänzend zur Analyse dieser Zusammenhänge wird das Verhältnis des Spiels zum zeitgleichen Totentanz der Marienkirche in Lübeck untersucht. Im ganzen gesehen versteht sich das Osterspiel als Dichtung, die bei aller Verankerung in gängigen Vorstellungen des christlichen Spätmittelalters auf diese Stadt zugeschnitten ist und ihren Bedürfnissen in einer Krisensituation, wie sie die damals erwartete und 1464 tatsächlich Lübeck heimsuchende Pest auslöste, Rechnung trägt.
Aus dem Inhalt: Aufbau des Redentiner Osterspiels – Verknüpfung von Heilsgeschichte und historischer Situation – Pest 1464 als Hintergrund des Osterspiels – Beziehung zwischen Redentiner Osterspiel und Lübecker Totentanz.