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Das Feuer des heiligen Antonius

Kulturgeschichte einer Metapher- Spanien im Kontext der Romania (13. bis 18. Jahrhundert)

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Wolfram Aichinger

Zwei Geschichten werden erzählt: die vom Antoniterorden in Spanien, von seinen Spitälern, Bettelfahrten und Heiligenschweinen; und die vom Feuer als Attribut eines der meist verehrten Heiligen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Der Wüstenheilige Antonius wurde zunächst als Fürsprecher gegen das «Antoniusfeuer» angerufen, in der Folge mit allen möglichen Manifestationen des Feuers assoziiert und schließlich in Legenden und Wunderberichten zu einem «Herrn des Feuers» gemacht. Um dieses Feuersymbol entstanden vielfältige Formen der Frömmigkeit, die wiederum verschiedene Bereiche sozialen und kulturellen Lebens verbanden: die Winterfeuer am Heiligentag; die Behandlung «brennender» Arme und Beine im Klosterspital; die Flammenhimmel auf den Versuchungen des heiligen Antonius von Hieronymus Bosch; die Antonitersatire der frühen Novellenkunst bei Boccaccio, Sercambi und im Libro de los gatos; die Strafmirakel und Feuermotive im Theater von Guillén de Castro oder in den Dichtungen von Quevedo und Cervantes.
Aus dem Inhalt: Metapher und Kultur – Geschichte des Antoniterordens in Spanien – Roggen, Ergotismus, Antoniusfeuer – Hieronymus Bosch: Lissabonner Triptychon – Feuermirakel, Antonitersatire – Antoniusfeuer in der spanischen Literatur – Hospital, Feuerwunder, Klosterwirtschaft – Antoniusschwein und Almosenfahrt.