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Moritz von Schwinds Sängerkriegsfresko auf der Wartburg

Die historischen Quellen und deren Auslegung in der Kunst des 19. Jahrhunderts

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Vladimir Frömke

Besonders durch Friedrich Heinrich von der Hagens Publikation Minnesinger (1838) wurde der mittelalterliche Minnesang im Zeitalter der Romantik in Kunst und Literatur wiederentdeckt, und dessen Inhalte gelangten zu neuer Blüte. 1855 malte Moritz von Schwind im Auftrage Großherzog Carl Alexanders von Sachsen-Weimar-Eisenach während der Rekonstruktion der Wartburg dort sein berühmtes Sängerkriegsfresko. Der Meister bringt in der Mittelgruppe des Bildes – der Szene zwischen Landgräfin Sophie und Heinrich von Ofterdingen – den Grundgedanken mittelalterlichen Minnekonzepts zum Ausdruck und faßt diesen in einem Brief an Bernhard Schädel (1855) in eigene Worte: «Gleichwohl handelt es sich darum, zur Anschauung zu bringen den großen Adel, der im 13. Jahrhundert liegt ... Ich knüpfe da an, wo der Adel liegt, in der hohen Ehrfurcht, die den Frauen gezollt wurde...»
Aus dem Inhalt: Die Liederhandschriften. Von der Entwicklung unserer Notenschrift aus den griechischen Tonbuchstaben über die Neumen bis hin zum Hucbald-Guidonischen Notationssystem – Die Viten der am Wartburgkrieg beteiligten Minnesänger und ihre Miniaturen in der Großen Heidelberger Liederhandschrift – Zur Entstehungsgeschichte der Wartburg und ihres Palas von Ludwig mit dem Barte bis zu Hermann I. – Die Wartburg im 19. Jahrhundert – Richard Wagner: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg.