Show Less
Restricted access

Die Götternamen in Platons «Kratylos»

Ein Vergleich mit dem Papyrus von Derveni

Series:

Barbara Anceschi

Der Papyrus von Derveni, ein allegorischer Kommentar eines orphischen Gedichts aus dem 4. Jahrhundert, erweist sich als ein ergiebiger Interpretationsschlüssel für Platons Kratylos. Im direkten Vergleich mit dem Papyrus von Derveni wird offensichtlich, dass der Abschnitt über die Götternamen im Kratylos von einer allegorischen Struktur getragen wird; er ist wie eine Göttergenealogie geformt, und Sokrates obliegt hier die Rolle des allegorischen Deuters. Darüber hinaus lässt sich durch die literarische Theorie der Allegorese zeigen, dass im Kratylos eine Theorie der Rätselhaftigkeit der Sprache zum Ausdruck kommt. Nach Sokrates’ Meinung besitzt die Sprache des «modernen» Menschen auf den Tragödienstil zurückführbare Merkmale. Sie ist vom Wahren entfernt und deshalb nicht referentiell.
Aus dem Inhalt: Sprachtheorie und Allegorese im Kratylos – Kommentar zu den Götternamen im Kratylos (Hestia, die Vorfahren der Götter, Poseidon, Pluton und Hades, Demeter, Hera, Persephone, Apollon, die Musen, Leto, Artemis, Dionysos und Aphrodite, Athena, Hephaistos und Ares, Hermes, Pan) – Die philosophischen Fragen in den Götternamen des Kratylos.