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«Gottes Platz ist in der Seele zu einer Leerstelle geworden»

Rezeptionsästhetische Gott-Rede nach dem Ende der Theodizee

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Maren Grautmann

Ausgehend vom akuten Ver-Sagen der Theologie, das im Zusammenhang mit der Konfrontation von neuzeitlichem Denken und der Shoa steht, müssen theologische Erkenntnis und theologische Rede einer Revision unterzogen werden. Es stellt sich die Frage, wie Theologie strukturiert sein muss, um der leidvollen Wirklichkeit standzuhalten; oder wie von Gott zu sprechen ist, damit diese Rede in einer leidgeprägten Realität wahrhaftig und bedeutungstragend ist. In der Annahme, dass eine Theologie Gott nur dann sinnvoll zur Sprache bringen kann, wenn sie ihren Adressaten oder Rezipienten in seiner konkreten geschichtlichen Situation ernst nimmt, zeigt sich, dass eine leidgeprägte Wirklichkeit zum Ausgangspunkt für eine neue Begegnung mit Gott werden kann. Mit anderen Worten: Die Leerstelle in unserer Seele kann der Grund dafür sein, dass die theologische Rede von Gott einen Sinn bekommt.
Aus dem Inhalt: Reden von Gott angesichts der Shoa – Das Ende der Theodizee – Die Relevanz ästhetischer Erfahrung für die Theologie – Die rezeptionsästhetische Option der Theologie – Die Leerstelle als theologisch-philosophisches Phänomen – Jenseits der Theodizee - ein theologischer Perspektivenwechsel – Leidempfindliche Gott-Rede nach dem Ende der Theodizee.