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«...dette hidindtil saa lidet, dog mangesteds urigtig bekiendte Land».

Die Umdeutung des Islandbildes in Eggert Ólafssons «Reise igiennem Island» und ihr Einfluss auf die Konstruktion einer isländischen Identität im 18. Jahrhundert

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Karin Glasemann

Die Isländer Eggert Ólafsson und Bjarni Pálsson reisten 1752 im Auftrag der dänischen Krone in ihre Heimat, um die Kenntnis über Island, dette hidindtil saa lidet, dog mangesteds urigtig bekiendte Land – dieses so wenig und vielerorts so falsch bekannte Land –, zu mehren und zu korrigieren. Der 1772 erschienene Reisebericht gilt als «Meilenstein für die Umdeutung des Islandbildes», während Eggert Ólafsson lange als «Urahn der isländischen nationalromantischen Bewegung» angesehen wurde. Die Studie untersucht, ob und warum die Reise igiennem Island die über Jahrhunderte etablierten Islandtopoi der Lebensfeindlichkeit und Unzivilisiertheit entkräften konnte. Sie stellt weiterführend die Frage, welchen Effekt diese Umdeutung, die Island durch die Landesbeschreibung erfuhr, für das Identitätskonstrukt der Isländer angesichts der zum Ende des 18. Jahrhunderts erwachenden nationalistischen Strömungen hatte.
Aus dem Inhalt: Theoretische Grundlagen – Diskussion der aktuellen theoretischen Modelle zur Entwicklung nationaler Identität – Historischer Überblick über die Geschichte Islands bis in das 18. Jahrhundert – Entstehung und Entwicklung des Islandbilds bis in das 18. Jahrhundert – Analyse von Eggert Ólafssons Reise igiennem Island als Dokument nationaler Identität – Analyse des Textes in Hinblick auf das Verständnis des Verfassers von Staat, Elite und Obrigkeit, Territorium und Heimat, Einwohner, Sprache und Geschichte.