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«Dann gibt es nur eins!»

Von der Notwendigkeit, den Frieden zu gestalten- Beiträge der Konferenz anläßlich des 60. Todestages von Wolfgang Borchert

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Heidi Beutin, Wolfgang Beutin and Holger Malterer

Im Spätherbst 1947, im Alter von nur 26 Jahren, starb in Basel der deutsche Dichter Wolfgang Borchert (geboren 1921 in Hamburg). Er hinterließ ein an Umfang schmales Werk. Doch drückte es nach dem Zweiten Weltkrieg das Lebensgefühl einer ganzen Generation aus und bewegt das Lesepublikum bis heute. Zugleich brachte es den Grundimpuls der entstehenden deutschen Friedensbewegung auf den Nenner: das Nein zum Krieg. Seine Dichtungen werden von dem zentralen literarischen Motiv «Krieg und Frieden» beherrscht. Neben der Anklage enthalten sie aber zudem bejahende Grundpositionen («Unser Manifest ist die Liebe»). Im Gedenken an den Dichter veranstaltete die Gewerkschaft ver.di vom 1.-3. Juni 2007 eine Konferenz in Berlin. Hier wurden wichtige Aspekte seiner Biographie, seines Werkes sowie der Borchertforschung, dazu vergleichend Persönlichkeiten und Dichtungen von einigen seiner Zeitgenossen untersucht, bei denen ebenfalls Krieg und Frieden Zentralmotive sind. In diesem Sammelband präsentieren die Herausgeber sämtliche Beiträge der Berliner Konferenz.
Aus dem Inhalt: Dorothea Müller: Eröffnungsrede – Wolfgang Beutin: Wolfgang Borcherts dichterisches Werk in der Tradition der europäischen Friedensliteratur – Heidi Beutin: «Wir Illusionslosen» - Weltanschaulich-ethische Grundpositionen Wolfgang Borcherts – Marianne Schmidt: Zuletzt bleibt nur der Wind. Über Prosatexte von Wolfgang Borchert – Nikolaus Gatter: Beckmann (wacht auf): Sechzig Jahre Draußen vor der Tür – Jost Hermand: Bertolt Brechts Einstellung zu Krieg und Frieden – Friedrich Albrecht: Anna Seghers - aus der Sicht Wolfgang Borcherts und seiner Generation betrachtet – Raimund Kemper: «Die Angst muß dir selbst im Genick sitzen, du mußt es genau kennen. Sonst bist du bloß ein Berichterstatter, kein Schriftsteller». Zu den Romanen Gert Ledigs: «Die Stalinorgel» (1955) und «Vergeltung» (1956) – Johann Dvořák: Neu beginnen? Literatur und Politik - in Österreich nach 1945, am Beispiel von Ingeborg Bachmann – Wolfgang Beutin: Konstantin Simonow (1915-1979): «Die Lebenden und die Toten», Romantrilogie – Susanne Schmidt-Knaebel: Simone de Beauvoir: Spuren des zweiten Weltkriegs in Leben und Werk – Gerhard Wagner: Traurig, grausam, humorlos - Das Wien der Nachkriegszeit in Graham Greenes und Carol Reeds Film Der dritte Mann – Michael Gassenmeier: The Hidden Damage oder James Sterns empfindsame Reise in die Sackgasse des Mitgefühls – Hans-Ernst Böttcher: Friedensordnungen - Landesverfassungen nach 1945 und Grundgesetz als Reaktion auf Terror, Krieg und Zerstörung – Herbert Schmidt/Peter Junk: Ausblick und Abschied.