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Von ‘werden degen’ und ‘edelen vrouwen’ zu ‘tugentlichen helden’ und ‘eelichen hausfrawen’

Zum Wandel der Konzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit in den Prosaauflösungen mittelhochdeutscher Epen

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Judith Schönhoff

Lange ging die Forschung davon aus, dass sich die Prosaauflösungen der mittelhochdeutschen Romane höchstens um eine neue Form bemühten, die Inhalte jedoch vorbehaltlos übernahmen und lediglich vereinfachten. Vergleicht man jedoch diese Romane mit ihren Vorlagen, so wird offenkundig, dass die Prosaisten nicht nur in der Form, sondern auch in der Darstellung der höfischen Gesellschaft Konzessionen an die veränderten Bedürfnisse ihrer Rezipienten machten, und der Handlungsverlauf durch einen veränderten Normenhorizont geprägt ist. Dieses führt sowohl in der Darstellung gesellschaftlicher Zusammenhänge als auch bei der Beschreibung familiärer Strukturen zu einer den veränderten realen Gegebenheiten entsprechenden, aber nicht weniger idealen Auffassung vom Miteinander der Stände und Geschlechter.
Aus dem Inhalt: Entstehungsbedingungen der Prosaauflösungen mittelhochdeutscher Romane – Diskurse über Ehe und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit – Familiäre Beziehungen, Paarbeziehungen und Veränderungen der Bezeichnungen für Frauen und Männer in den Prosaauflösungen und deren mittelhochdeutschen Vorlagen.