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Epigramm und Aphorismus im Verbund

Kompositionen aus kleinen Textformen im 17. und 18. Jahrhundert (Daniel Czepko, Angelus Silesius, Friedrich Schlegel, Novalis)

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Jan-Steffen Mohr

Epigramm wie frühromantisches Fragment treten dem Leser meist in Ensembles entgegen; welche lesepragmatischen Konsequenzen das hat, wurde jedoch bisher wenig beachtet. Die Untersuchung rückt Verwendungsweisen und Potential eines Schreibens in den Blick, bei dem in sich abgeschlossene Einzeltexte konzeptgeleitet zusammengestellt und angeordnet werden. Die diesen Arrangements eingeschriebenen Lese(r)konzepte werden vor dem Hintergrund historisch erwartbarer Lesepraxis interpretiert und zum strukturell-semantischen Profil der Kompositionen in Beziehung gesetzt. Im Spannungsfeld von Gesamtentwurf und punktueller Gültigkeit öffnen sich die Einzeltexte auf argumentative wie handlungspraktische Zusammenhänge jenseits von gattungstraditionellen Vorgaben, die das kommunikative Funktionieren des Textverbunds entscheidend prägen.
Aus dem Inhalt: Gelehrtes Lesen – Kohärenzphänomene und Gruppenbildung – Schwellen in Epigrammzyklen – Partikularität und Neuansetzen – Andachtsbilder im Cherubinischen Wandersmann – Epigrammatische ruminatio – Lesemodelle – System von Fragmenten: Schlegels Ideen – Fragmente in Bearbeitung – ‘Epigramm’ um 1800 – Situation und Textverbund.