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Kokainliteratur in der Zwischenkriegszeit

Spuren des Giftes in den Texten von Walter Rheiner, Otto Rung und Pitigrilli

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Jeanine Atai

Die Arbeit unternimmt eine Spurensuche à la Sherlock Holmes. Sie begibt sich auf die Fährte des Kokainmotivs in den Texten von drei in Vergessenheit geratenen Autoren der Zwischenkriegszeit. Die Drogentexte von Walter Rheiner, Otto Rung und Pitigrilli stehen exemplarisch für die Zerrissenheit einer Generation zwischen den zwei Weltkriegen. Jeder der Autoren stellt unabhängig voneinander das Kokainmotiv in das Zentrum seines Textes. Bloßer Zufall? Oder können etwa Korrelationen zwischen der Wahl der Droge und jener Zeit des Umbruchs und der Desillusionierung ausfindig gemacht werden? Ist es möglich, das Rauscherleben in Sprache zu transformieren? Steht denn hinter der Drogeneinnahme nicht gerade der Wunsch, die Begrenztheit der Formen aufzulösen? Welcher sprachlichen Mittel bedienen sich die Autoren bei dem Versuch einer Rückübersetzung? Die Autorin bedient sich eines multidisziplinären Blickwinkels. Sie bezieht zeitgeschichtliche und biographische Aspekte ein und bedient sich zugleich an Elementen der sozialwissenschaftlichen Suchtforschung. Kapitel für Kapitel entfaltet dieser literarische Kokaintrip – von der Initiation über den Turkey bis hin zum Flashback – seine Wirkung auf den Leser.
Aus dem Inhalt: Großstadt und Moderne – Weimarer Republik – 1920er/1930er Jahre – Drogen – Walter Rheiner – Otto Rung – Pitigrilli – Berlin – Paris – Kokain – Frau und Droge – Rauschliteratur – Metaphernbildung – Bohème – Sozialwissenschaftliche Suchtforschung – Norman Zinberg.