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Die Konstituierung eines Kultur- und Kommunikationsraumes Europa im Wandel der Medienlandschaft des 18. Jahrhunderts

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Siegfried Jüttner

Das im Titel umschriebene Frageinteresse verspricht Einsicht in die Ursachen der Hervorbringung Europas als Kommunikations- und Kulturraum und in deren verborgene Implikationen. Und das in doppelter Hinsicht: Sowohl im Sinne eines unter der Dynamik des sich kapitalisierenden Buchmarktes entstehenden Geflechtes von Wissenstransfer als auch im Sinne eines ideologischen Konstruktes, das im Modernisierungswettlauf um Macht und Märkte in Europa und in der Welt immer neu instrumentalisierbar wird. Überspitzt formuliert, wird der Raum Europa im Zuge der Aufklärung zum dialektischen Gegenpol der Nationalkultur und positioniert sich so historisch als Sprungbrett des Nationalismus im Industriezeitalter.
Aus dem Inhalt: Klaus-Dieter Ertler: Entwürfe von Kommunikation in La Pensadora gaditana von Doña Beatriz Cienfuegos – Wilhelm Graeber: Zwischen ‘Komparatistik’ und nationalkultureller Identitätsbildung: Desfontaine, La Porte und Fréron als Kritiker der englischen Literatur – Claudia Gronemann: «Catones sin barbas y Licurgos con basquiñas» - Fingierte (weibliche) Autorschaft und Normierung von Weiblichkeit: Spanische moralische Wochenschriften im europäischen Gattungszusammenhang – Jens Häseler: Zwischen Gelehrsamkeit und Aufklärung: Umbrüche der französischsprachigen Zeitschriftenlandschaft in der Mitte des 18. Jahrhunderts – Helmut C. Jacobs: Unmittelbarkeit, Spontaneität und Zufall - Die Funktion der Phantasie in den Medien der spanischen Aufklärung – Siegfried Jüttner: Archive der Nationenbildung im Namen Europas. Die Presse im Spanien der Aufklärung als Medium nationaler Regeneration – Hans-Jürgen Lüsebrink: Enzyklopädismus und transkulturelle Erfahrung - europäische Dimensionen von Werk und Biographie Bruzen de la Martinières (1662-1746) – Alf Monjour: Fachsprache und neue Medien im 18. Jahrhundert. Theorie und Praxis des Terminologieimports im französisch-spanischen Kommunikationsraum – Christoph Müller: Portugals Öffnung nach Europa: Die Rolle der estrangeirados im 18. Jahrhundert – Sylvia Setzkorn: Die Instrumentalisierung der Geschlechter: Kommunikationsstrategien in der italienischen Zeitschrift Il Caffè – Georgette Stefani-Meyer: Die Auswirkung der Periodizität auf das publizistische Profil des Journal des Savants – Volker Steinkamp: Europa im pseudo-orientalischen Briefroman des 18. Jahrhunderts - zum Espion de Thamas Kouli-Kan dans les Cours de l’Europe (1746) des Abbé de Rochebrune – Christian von Tschilschke: Spanien als Afrika Europas: Zur Konjunktur einer Denkfigur im 18. Jahrhundert – Jan-Henrik Witthaus: Zur Europäisierung der Kritik in der Presse der spanischen Aufklärung.