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Jiftach und die Tora

Eine intertextuelle Auslegung von Ri 10,6-12,7

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Dieter Böhler S.J.

Die biblische Erzählung von Jiftach (Richter 10,6-12,7), der aufgrund eines Gelübdes seine einzige Tochter als Brandopfer darbringt, galt vom Thema her immer schon als äußerst anstößig. Aber auch die innere Logik der Erzählung wird oft für unnachvollziehbar gehalten: Jiftach scheint mit dem gegnerischen Ammoniterkönig zu verhandeln, als hätte er es mit den Moabitern zu tun. Dieses Buch zeigt, dass die Jiftacherzählung Numeri 20-22 reinszeniert. Nur wer den innerbiblischen Dialog zwischen der Tora und der Jiftacherzählung bemerkt, wird verstehen, warum Jiftach gegenüber den Ammonitern mit Moab argumentiert. Der intertextuelle Bezug macht auch deutlich, dass Jiftachs Tochter ein Israelsymbol ist. Das «Menschenopfer» symbolisiert Israels Untergang, den die Führung verschuldet.
Aus dem Inhalt: Die Jiftacherzählung als Komposition im intertextuellen Dialog mit der Tora – Jiftachs «Menschenopfer» als Symbolerzählung – Historisch-kritische Fragestellungen und kanonische Exegese.