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«I grope with a dirty hand»: Zur Produktivität des Negativen bei W. B. Yeats

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Walter Gebert

Die Untersuchung bezieht sich auf die Lyrik der mittleren und späten Phase. Sie geht der Frage nach, inwieweit Yeats die Negativerfahrung einer Mangelexistenz im produktiven Sinne transformiert. Das mystisch-alchemistische Steigerungsmodell ist geeignet, die überragende Rolle der Imagination sichtbar zu machen und die Bedeutung weit über das Esoterische hinausreichender Symbolkreise zu erschließen. Die Strategie lässt radikale Tendenzen erkennen: Das Produktivpotential von Hass und Gewalt führt in bedenkliche Nähe zu faschistischen Anschauungsmustern. Die Affinität zum Apokalyptischen ist auf dieser Grundlage genauer bestimmbar. Das alchemistische Interpretationsverfahren bewährt sich bei der sprachlich-stilistischen Betrachtung. Offenbarung als Ziel des mystischen Transformationsprozesses wird bei Yeats in der Erkenntnis des individuellen oder kollektiven Archetyps erreicht.
Aus dem Inhalt: Formen der Negativerfahrung – Schaffung eines Anti-Self – Dichterische Selbstdemontage – Alchemie als Interpretationsmodell – Faszination der Gewalt – Apokalypse-Erfahrungen – Faschistische Tendenzen – Das Grundprinzip der Imagination und damit verbundene Sprachphänomene (z.B. Allegorie) – Erkenntnis des Archetyps als Offenbarungsziel.