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«Fortuna Diagrammatica»

Das Rad der Fortuna als bildhafte Verschlüsselung der Schrift - «De Consolatione Philosophiae» des Boethius

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Matthias Vollmer

Ausgehend von der Schrift des Boethius De Consolatione Philosophiae wird das mittelalterliche Rad der Fortuna als ein komplexes, textsubstituierendes Zeichen mit memorialer Funktion verstanden. Das Bild des Glücksrades konnte in diagrammatischer Komplexität einem Text zur Seite gestellt werden und so die Funktion eines Kommentares übernehmen. Die Untersuchung zeigt, wie das Radschema in seiner weiteren Entwicklung von einem Element des kollektiven monastischen Gedächtnisses zu einem gruppenübergreifenden Bild der kulturellen Erinnerung wurde, so daß es in seiner eindringlichen Repräsentation von jedem Betrachter unmittelbar als ein Zeichen des vergänglichen Glückes verstanden werden konnte.
Aus dem Inhalt: Boethius – Schrift und Bild im Mittelalter – Text und Bild, Bild und Text – Gedächtnis – Fortunaräder.