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Von der Taktik zur Tugend. Wandlung des Ethikkonzepts in Brechts marxistischen Dramen von 1929-1945

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Frank Thomsen

Als Schüler schrieb Brecht das Stück Die Bibel, in dem ein Mädchen um seines Seelenheils willen eine Stadt untergehen lässt. 16 Jahre später verfasste er die Geschichte Johanna Darks, die ihre Tugend bewahren will und einen Streik verhindert. Weitere zehn Jahre später hing die Rechtfertigung des Zustandes der Welt von der Tugend des Mädchens Shen Te ab. Die Frage nach der Praktikabilität und dem Wert klassischer Tugenden zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk Brechts. Dieses Buch nimmt den Faden auf und verfolgt die Entwicklung des Tugendmotivs von den Lehrstücken bis zu den späten Dramen des Exils. Es zeigt sich, dass sich eine forciert amoralische, taktische Revolutionslehre zu einem zunehmend spannungsreichen Verhältnis zwischen
taktischen und moralischen Urteilskriterien entwickelt.
Aus dem Inhalt: Vergleichende Interpretationen der Dramen Brechts: Die Lehrstücke – Die Heilige Johanna der SchlachthöfeDie MutterDie Rundköpfe und die SpitzköpfeDie Gewehre der Frau CarrarDas Leben des GalileiMutter Courage und ihre KinderDer gute Mensch von SezuanDer Kaukasische Kreidekreis.