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Die imaginäre Burg

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Olaf Wagener, Heiko Laß, Thomas Kühtreiber and Peter Dinzelbacher

Nur wer das mentalitätsgeschichtliche Phänomen Burg erforscht und verstanden hat, kann auch erklären, wie das Bild der Burg entstanden ist und vor allem, warum die Bauten ihr spezifisches Aussehen erhielten. Und nur so kann auch die scheinbare Diskrepanz von ehemals tatsächlich gebauten Burgen und dem Bild, das von der Burg vorherrscht, begriffen werden.
Die Beiträge dieser Tagung, die im September 2007 in Werfen in Salzburg stattfand, wenden sich dem Bild der Burg vor 1500 zu. Es ging um die Fragen, mit welchen Konnotationen Burgen in der Literatur der Epoche aufscheinen, für welche religiösen und profanen Allegorien das Bild der Burg herangezogen wurde, inwieweit Abbildungen und Beschreibungen in einer eigenen Tradition standen bzw. inwieweit es zu einer Wechselwirkung zwischen der «Burg im Kopf» und der materiellen Repräsentation im Burgenbau kam.
Aus dem Inhalt: Olaf Wagener/Heiko Laß/Thomas Kühtreiber/Peter Dinzelbacher: Vorwort – Heiko Laß: Prolegomena zum Bild der Burg im Mittelalter - eine Einführung – Eckart Olshausen: Burgenvorstellungen in der Antike – Olaf Wagener: die statt ward gar geschwachet, /ein dorff daruss gemachet - Überlegungen zur symbolischen Zerstörung von Befestigungen im Mittelalter – Thomas Kühtreiber: Die Ikonologie in der Burgenarchitektur – Peter Dinzelbacher: Die Burg als erotische Metapher – Karl Brunner: Die Burg zwischen «caritas» und «superbia». Burgen in der religiösen Symbolwelt – Christa Agnes Tuczay: Verlassene Burgen, Wunderburgen und Spukschlösser. Burgen als Seelenlandschaften – Siegrid Schmidt: Der Nibelungenstoff und seine «architektonischen Machtzentren» – Wolfgang Beutin: Die Burg als Symbol oder Allegorie, vornehmlich in romanischen Dichtungen zwischen Mittelalter und früher Neuzeit – Albrecht Classen: Die Burg als Motiv in der Literatur des deutschen Spätmittelalters.