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«Morosophus»

Ein törichter Weiser - Von der wahren und der scheinbaren Weisheit - Lateinisch und deutsch - Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Hans-Dieter Hoffmann

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Hans-Dieter Hoffmann

Der Autor Gulielmus Gnapheus (1493-1568) ist nur sehr wenigen Wissenschaftlern namentlich bekannt. In die Literaturgeschichte ist er eingegangen als der Schöpfer des ersten lateinischen Schuldramas Acolastus (Der verlorene Sohn) von 1529. Über seine Komödie Morosophus schweigen sich jedoch fast alle Literaturgeschichten aus. Der Herausgeber hat sie aus dem Dunkel des Vergessens hervorgeholt und präsentiert der Öffentlichkeit nun dieses interessante Werk als Erstveröffentlichung in einer zweisprachigen Ausgabe. In der Person des Morosophus wird Kritik an Kopernikus und seiner neuen Lehre und damit seinem Weltbild geübt. Gnapheus, ein erzkonservativer Gelehrter, noch im mittelalterlichen Denken verhaftet, gießt in dieser Komödie bösartigen Spott über den großen Zeitgenossen Kopernikus aus und unterstellt ihm, dass er die wahre Weisheit (in biblisch-dogmatischer Sicht) verlassen habe, um sich der scheinbaren Weisheit, d. h. der neuen (Natur-)Wissenschaft, insbesondere der Astronomie, hinzugeben. Der Morosophus ist ein in dieser Form seltenes Dokument über die Auseinandersetzung von Glaube und Wissen. Die Einleitung und die umfangreichen Anmerkungen vermitteln alles Erforderliche zum Verständnis des Textes. Vor allem hat der Herausgeber mit Akribie die Quellen aufgespürt, aus denen Gnapheus geschöpft hat: die antiken griechischen und römischen Schriftsteller, die Bibel, Kirchenlehrer, spätlateinische Schriftsteller, antike Mythologie und Philosophie.
Aus dem Inhalt: Gulielmus Gnapheus – Literaturgeschichtliche, sprachliche und thematische Einordnung des Werkes – Lateinischer Text mit deutscher Übersetzung.