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Kindheit und Jugend im Rahmen von Aldous Huxleys Charaktergestaltung

Eine Untersuchung auf realpsychologischer Grundlage

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Berthold Wölfl

Huxley hat dem Seelenvermögen und Erleben von Kindern und Jugendlichen eine Bedeutung beigemessen, die mit seinen tiefsten philosophischen Überzeugungen verknüpft ist. Daher ist die Darstellung von Kindheit und Jugend hier Schlüssel zum Verständnis seines Gesamtwerks, das zu einem Manifest des «Paidotopischen», zu einer Verkündigung der Kindheitsidee als transzendentes Prinzip des Menschen und der Menschheit mit einer dem Leben sinngebenden Kraft wird. Dadurch erscheint auch Huxleys literarische Charaktergestaltung in neuem Licht. Kindheit hat eine remediale Funktion in seinem Menschenbild; sie ermöglicht den Weg vom Ich zum Selbst und bildet das Gegengewicht zu Bovarysmus und Rollenfixierung. Seine Charaktere sind nicht bloss Sprachrohre, sondern wurzeln tief in seinem eigenen Erleben. Die Betrachtung erfolgt vor dem Hintergrund der Polarität von Lebenseinheit und Gespaltensein, die Huxley ein Leben lang beschäftigte und die er analog zu Kindheit und Adoleszenz sah. In diesem Zusammenhang erfahren auch Psychologie und Psychoanalyse in Huxleys Schaffen eine Neueinschätzung. Es werden Möglichkeiten zu einer Erneuerung der abendländisch-europäischen Kultur transparent.