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Vergegenwärtigung der Vergangenheit

Zur Notwendigkeit einer am Judentum orientierten christlichen Erinnerungskultur- Festgabe für Joachim Maier zum 65. Geburtstag

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Angelika Strotmann, Regine Oberle and Dominik Bertrand-Pfaff

Nicht erst der zur Zeit boomende kulturwissenschaftliche Erinnerungsdiskurs hat den vergegenwärtigenden Charakter geschichtlicher Erinnerung «entdeckt», sondern schon lange vor ihm vergegenwärtigte das Judentum, und in seiner Folge zum Teil das Christentum, seine Heils- wie Unheilsgeschichte in jährlichen Festen, als Orientierung für das eigene Handeln im jeweiligen Heute. Die Beiträge dieses Bandes nehmen diese Traditionslinie auf und zeigen aus biblischer, historisch-biographischer, systematischer und (religions-)didaktischer Perspektive, dass der vergegenwärtigende Charakter von «Erinnerung» in seiner spezifisch jüdisch-christlichen Ausprägung wesentlich für eine am Menschen ausgerichtete, umfassende Kultur der Solidarität ist. Das dem Kirchengeschichtler und Religionspädagogen Joachim Maier gewidmete Buch greift mit der skizzierten Erinnerungstradition ein grundlegendes Anliegen des Jubilars auf, das nicht nur seine Hochschullehre bestimmte, sondern bis heute Kennzeichen seiner (vor allem regionalhistorisch ausgerichteten) Forschung ist.
Aus dem Inhalt: Alexander Rajcsányi: JAHWE – Bernd Feininger: Kann man den Sinn von Geschichte erkennen? - Perspektiven zur Geschichtsdeutung Israels im Ersten Alten Testament – Ingrid Maisch/Hildegard Gollinger: Paradoxe Gleichzeitigkeit - Die bleibende Verwiesenheit der (Heiden-)Kirche auf Israel (Röm 11,30f) – Thomas Schmeller: Die Erinnerung an die Leiden Jesu Christi bei Paulus – Angelika Strotmann: «Tut dies zu meinem Gedächtnis!» Der Erinnerungsakt als Perspektivenwechsel auf Solidarität hin. Ein Vergleich zwischen Erstem und Neuem Testament – Alexander Rajcsányi: Abraham – Anette Hettinger: Sich der Sache anderer annehmen. Annäherung an den im Dritten Reich verfolgten katholischen Pfarrer Alois Dangelmaier (1889-1968) – Adelheid von Hauff: «Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen.» Erinnerungen an Edith Stein (1891-1944) – Valentin Schneider: Wendemarke Nostra Aetate. Prälat Johannes Oesterreicher und die Wiederentdeckung des Judentums – Uri Kaufmann: Nach der Schoah: Jüdische Versuche des Gedenkens – Alexander Rajcsányi: Nachricht – Andreas Benk: Gottesrede im ungemilderten Bewusstsein der Negativität. Wider die Leugnung kirchlicher Verstrickung in die Shoah – Dominik Bertrand-Pfaff: Erinnerung als Erwachen. Walter Benjamin im Spiegel der Theologie von Johann-Baptist Metz – Norbert Scholl: Papst Benedikt XVI. und die «memoria passionis». «Gott ist die Liebe» - Ist Gott die Liebe? – Hartwig Weber: Erinnerung und Fiktion. Fotografie der Straße als Methode der Biographieforschung – Alexander Rajcsányi: Erinnerungen – Roland Biewald: Vergegenwärtigung der Vergangenheit als didaktische Aufgabe – Christian Cebulj: Bildung ist Erinnerung. Jüdisch-Christliches Lernen an Texten des Johannesevangeliums – Regine Oberle: Jüdische und christliche Kinderbibeln in deutscher Sprache - Impulsgeber für das Erinnern Lernen – Thomas Martin Buck: «Veränderung» und «Veränderbarkeit». Elementare Kategorien frühen historischen Lernens.