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Die Idee von Brasilien

Eine kulturwissenschaftliche Untersuchung der Erzählung Brasiliens als vorgestellte Gemeinschaft im Kontrast zu Hispanoamerika

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Georg Wink

Brasilien ist in Lateinamerika ein Sonderfall. Das portugiesische Besitztum erlangte seine Unabhängigkeit als Kaiserreich und es zerfiel nicht wie Hispanoamerika in eine Vielzahl von Einzelstaaten. In Benedict Andersons viel beachteter These von der Nation als «vorgestellte Gemeinschaft» bleibt es aus diesem Grund als «interessante Ausnahme» ausgeklammert. Gehört Brasilien also nicht zur Avantgarde der neuweltlichen Republiken, in denen erstmals die Nation idealisiert und diskursiv konstruiert wurde? Die hier unternommene Untersuchung zeigt, dass Brasilien eine andere neuweltliche Erzählung in einer jahrhundertealten Tradition ist, die ebenfalls als dominanter Diskurs Legitimationsgrundlage gleichermaßen von Reich und späterer Republik bilden konnte: Als Idee eines Paradieses und zukünftigen Imperiums, das Europas Zivilisation beerben und einen Gegenpol zu Hispanoamerika darstellen sollte.
Aus dem Inhalt: Benedict Andersons These der Nation als Imagined Community – Die Creole Pioneers in der Neuen Welt – Die andere neuweltliche Konstruktion der Nation über die traditionelle, kontinuierliche und inklusive «Brasilienerzählung» – Infragestellung durch Gegendiskurse – Mit 13 Abbildungen, zahlreichen Literaturhinweisen und Personenverzeichnis.