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Literatur in den Briefen Droste-Hülshoffs

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Heike Spies

Gegenstand der Untersuchung ist die künstlerisch-literarische Einordnung der Briefe Annette von Droste-Hülshoffs. Die Studie geht der Frage nach, ob und in welcher Gestalt das Briefwerk als eigenständige Literatur bezeichnet werden kann. Dabei führt die philologische Untersuchung der Brieftexte zur Ermittlung von objektiven Kriterien, die den literarischen Anspruch ganzer Briefe oder einzelner Passagen nachweisen. Die Theorie zur interpersonellen Wahrnehmung von Ronald D. Laing offenbart hierbei Verhaltens- und Verständigungsstrukturen zwischen (Brief)partnern über mehrere Stufen der wechselseitigen Information (Eigenbild und Fremdbild). Diese neuartige Betrachtung der Briefe bietet über den Perspektivenwechsel zwischen den schreibend agierenden Personen hinaus die Möglichkeit der sicheren Abgrenzung des Absender-Adressaten-Verhältnisses in einer Weise, die klärt, warum Brieftexte alltagssprachlich-konventionell gehalten sind oder den Rang literarischer Prosa erreichen. Das literarische Opus Droste-Hülshoffs wird dadurch wesentlich vergrößert.
Aus dem Inhalt: Literarischer Charakter verschiedener Briefe Annette von Droste-Hülshoffs – Stilistische Vielfalt in Abhängigkeit vom Adressaten – Unterscheidung der Briefe in biedermeierlich-detailistisch, authentisch-frührealistisch und visionär-modern – Auseinandersetzung mit dem Phänomen Literatur im/als Brief und den Gründen für das Zustandekommen aus unterschiedlicher Perspektive – Die Geschichte des Briefs – Die Briefschreiberin und ihre persönlichen briefschreiberischen Eigenarten – Die Rolle des abwesenden Adressaten – Exemplarische Briefinterpretationen.