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Giovanni Benedetto Castigliones «biblico viaggio patriarcale: genere minore» oder «istoria»?

Pastorale Motivik als Mittel zur Darstellung der Gattungsproblematik

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Min-Ling Tsai

Der Genueser Künstler Giovanni Benedetto Castiglione war der Erste, der sich in seiner gesamten künstlerischen Laufbahn intensiv mit der Thematik des biblico viaggio patriarcale auseinandergesetzt hat. Die Besonderheit dieser Patriarchenbilder besteht darin, dass das eigentlich bildwürdige Motiv der Reisegruppe beim Davonziehen nur von hinten oder von der Seite dargestellt wurde und die sogenannte Karawanen-Komposition aus Tieren und verschiedensten Gegenständen des täglichen Bedarfs den Bildvordergrund einnimmt. Die Betonung und Monumentalisierung des genrehaften Motivs dient Castiglione dabei als Mittel zur Darstellung der Gattungsproblematik und löst unweigerlich Kontroversen bei der Identifizierung des Bildgegenstandes aus. Bei seinem Unterwanderungsversuch der Bildgattungen spielt Castiglione auf den Legitimierungsprozess der literarischen Mischgattung der Tragicommedia pastorale an. Dies zeigt sich nicht allein in einer akzentuierten pastoralen Manier, sondern auch in einer inhaltlichen Bezüglichkeit beider Genres aufeinander – der Pastorale und der Historie des Alten Testaments.
Aus dem Inhalt: Epische Historie – Karawanen-Komposition – Genrehaftes Motiv – Disput um die Mischgattung Tragicommedia pastorale – Institutionalisierungs- und Entinstitutionalisierungsprozesse des gattungshierarchischen Gefüges – Bildliche Transformation und textuelle Formulierung – Sacchi-Corton-Kontroverse – Bamboccianti-Bewegung – Nobilitierung der minoris picturae – Modus operandi – Viaggio pastoraleBiblico viaggio patriarcalePictor-poetaPittura di genere / pittura minore.