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Übersetzbarkeit zwischen den Kulturen

Sprachliche Vermittlungspfade – Mediale Parameter – Europäische Perspektiven

Bettina Kremberg, Artur Pelka and Judith Schildt

Was heißt es eigentlich zu übersetzen? Wo fängt Übersetzung an? Wo hört Übersetzbarkeit auf? Um solche Präliminarien aufzuspüren, auszuloten und dingfest zu machen, trafen sich 2008 Nachwuchswissenschaftler aus drei Nationen zu einer deutsch-polnischen Tagung in Łódź. Ausgangspunkt und Motivation für diese erste Tagung von Kultur-KonneX, einem jungen Forum für interkulturelle Reflexion, war die Überzeugung, dass die Frage nach der Übersetzbarkeit eine präzisere Antwort auf die Frage nach der Verstehbarkeit von unterschiedlichen Kulturen gibt. Schließlich ist übersetzbar immer nur das, was vorher irgendwie auch verstanden, also innerlich nachvollzogen wurde. Das jedoch scheint in den unterschiedlichen Bereichen, in denen Übersetzungen eine Rolle spielen, bei näherer Betrachtung nicht immer der Fall zu sein. Der Band schließt Wissenslücken, indem er interdisziplinär aufzeigt, was Übersetzbarkeit behindert und wie das Problem der Übersetzbarkeit besser angegangen werden kann. In diesem Sinne verstehen sich die versammelten Detailstudien und Reflexionen als Brückensteine für eine bessere interkulturelle Verständigung.
Aus dem Inhalt: Gesine Schwan: Grußwort – Judith Schildt/Bettina Kremberg/Artur Pełka: Einleitung: Übersetzbarkeit zwischen den Kulturen – Małgorzata Kubisiak: Die Übersetzbarkeit der Antike am Beispiel von Voß’ Bukolika-Übersetzungen des Vergil – André de Melo Araújo: Gerüste der Bestimmbarkeit von Kulturen – Joanna Smereka: Henrik Steffens – Vermittler zwischen zwei Geburtsstätten – Heike Flemming: Die Sprache(n) der Geschichte(n). Hermeneutische Überlegungen zur Übersetzbarkeit von Sprachen im Anschluss an George Steiner (und im Laufe einer Tagung) – Judith Schildt: Kulturen verstehen durch kulturelle Missverständnisse? Zu Multiperspektivismus und Endlosigkeit der Übersetzung – Evelyna Schmidt: Die Diagnose des europäischen Wahnsinns in Jerzy Krzysztons Trilogie Obłęd – Thomas Ernst: Übersetzungsprobleme zwischen den und innerhalb der Kulturen am Beispiel von Deutschland und Polen. Die satirischen Diskurse der ‘Neuen Frankfurter Schule’ und ihr intra- und interkulturelles Konfliktpotenzial – Diana Brenscheidt gen. Jost: Tanz als Ursprache. Konzeptionen direkter Verständigung im modernen Tanz – Bettina Kremberg: Übersetzbarkeit in der Philosophie. Heidegger und die analytische Tradition – Yvonne Kohl: Interkulturelle Kommunikation und die Rolle des Analysierenden. Kritische Bemerkungen zur analysierenden Person und zu Transkriptübersetzungen in der Gesprächsanalyse – Renata Cieślak: Szenische Rekonstruktion und Aneignung fremder Habitusformen als didaktischer Schlüssel zum interkulturellen Verstehen – Józef Jarosz: Zur Wiedergabe der kulturspezifischen Lexik in der deutschen und dänischen Übersetzung von Reymonts Chłopi am Beispiel der Onyme – Karolina Sidowska: Übersetzbarkeit der Gefühle in Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge und der polnischen Übersetzung von Witold Hulewicz – Paweł Zarychta: Autor als Bedingungsfaktor der Übersetzbarkeit am Beispiel der polnischen Übersetzungen zu Friederike Mayröcker – Reinhard Großmann: Anmerkungen zur Übersetzbarkeit von Lyrik – Anna Małgorzewicz: Ringen mit dem Text zwischen zwei Sprach- und Kulturwelten, dargestellt am Beispiel einer deutschen Übersetzung des polnischen Romans S@motność w sieci von J.L.Wiśniewski – Artur Stopyra: Zur Problematik des Übersetzens der liechtensteinischen Literatur – Marek Gross: Das Fremde verkörpern. Zur Übersetzbarkeit zwischen Kulturen am Beispiel der Dichtung von Durs Grünbein – Maciej Drynda: «Uns Ostler faszinieren Dinge, die nicht in den Reiseführern stehen» – Radek Knapps Übersetzungen der mittelosteuropäischen Seele ins westliche Idiom.