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Selbsterfüllbarkeit von Ratings

Self-Fulfilling Prophecies als Problem der Risikokommunikation durch Informationsintermediäre

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Sanela Celjo-Hörhager

Eine besondere Rolle kommt dem Phänomen Self-Fulfilling Prophecy (SFP) als Erklärungsfaktor für Kapitalmarktkrisen zu. Beispielhaft ist die drastische Herabstufung eines Emittenten durch eine Ratingagentur, die zum Vertrauensentzug seitens der Geschäftspartner führt und damit erst den Zusammenbruch des Emittenten bewirkt. Ziel dieser Arbeit ist es, die SFP-Entstehung zu analysieren, Hinweise auf ihre tatsächliche Relevanz als Kapitalmarktphänomen zu erbringen sowie Regulierungsimplikationen zu thematisieren. Die spieltheoretische und experimentelle Analyse offenbart einen negativen Einfluss von SFPs auf die Anreizstruktur einer Ratingagentur, der insbesondere in Zeiten von Finanzmarktkrisen eine Entwicklung zu übertrieben negativen, krisenverstärkenden Ratings begründet.
Aus dem Inhalt: Modellierung von Self-Fulfilling Prophecies (SFPs) – Negativer Einfluss von SFPs auf die Kooperationsbereitschaft von Ratingagenturen im Modell und im Experiment – Konkurrenz mildert negative SFP-Auswirkungen – Negativer Einfluss von SFPs auf Reputationsmechanismen.