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Staatlichkeit in Zeiten des Statebuilding

Intervention und Herrschaft in Bosnien und Herzegowina

Series:

Berit Bliesemann de Guevara

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Studienpreis 2009, Sektion Sozialwissenschaften.
Statebuilding ist zu einer Kernaufgabe globalen Regierens avanciert. Bisherige Versuche, durch internationale Interventionen Staaten nach westlichem Muster zu formen, sind jedoch hinter ihren Zielen zurückgeblieben. Diese Studie geht der Frage nach, wie sich liberales Statebuildung auf die Institutionalisierungsdynamik staatlicher Herrschaft auswirkt. Am Beispiel Bosnien und Herzegowina wird gezeigt, dass Statebuilding gleichzeitige Prozesse der Staatsstärkung und -schwächung auslöst. Diese tragen einerseits zum Aufbau formaler Institutionen bei, andererseits behindern sie aber in vielerlei Hinsicht die Konsolidierung legal-rationaler Staatlichkeit. Im Ergebnis mangelt es dem bosnisch-herzegowinischen Staat hinter einer modernen Staatsfassade an substanzieller Handlungsfähigkeit und Legitimität. Die internationale Politik des Statebuilding stößt letztlich an strukturelle Grenzen.
Aus dem Inhalt: Staat und Weltgesellschaft – Liberaler Interventionismus – Genese und Inhalt der Politik des Statebuilding – Staatsformierung in Jugoslawien nach 1945 – Krieg in Bosnien und Herzegowina – Internationale Intervention in Bosnien und Herzegowina nach 1995 – Gewaltmonopol, Staatsfinanzen, Rechtstaatlichkeit und Legitimität des Staates.