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Massenfeste

Ritualisierte Öffentlichkeiten in der mittelosteuropäischen Moderne

Series:

Károly Csúri, Magdolna Orosz and Zoltan Szendi

Die Studien in diesem Band fokussieren auf spezifische Masseninszenierungen (Feste, Feiern, Aufzüge, Jubiläen, Demonstrationen u. a.) und analysieren soziale, institutionelle und topografische Dimensionen kulturellen Transfers, die auf bestimmte Momente des kulturellen und politischen Lebens im Mitteleuropa der Zwischenkriegszeit hinweisen. Im Mittelpunkt stehen dabei kulturelle Techniken, mediale Formatierungen, massen- und elitenkulturelle sowie manipulative Verfahren der Massenbildung, die die Formierung öffentlicher Räume und die staatlichen, regionalen, nationalen, politischen und kirchlichen Interessenverhältnisse in diesem differenzierten «kulturellen Raum» prägen.
Aus dem Inhalt: Boldizsár Vörös: Verschiedene politische Mächte - in derselben Hauptstadt. Symbolische Raumbesetzungen in Budapest 1918-1919 – Amália Kerekes/Katalin Teller: «die Masse besitzt nicht nur Phantasie, sondern auch Gedächtnis». Massenpolitik auf den Unterhaltungsarealen von Wien und Budapest in der Zwischenkriegszeit – Peter Stachel: «… seine österreichische Heimat, sein deutsches Volk …». Die Schubert-Zentenarfeiern 1928 in Österreich zwischen Deutschnationalismus und österreichischer Identität – Bálint Kovács/Ildikó Tóth: «Denn Ihr seit die Zukunft». Die Selbstinszenierung des austrofaschistischen Ständestaates für die Wiener Jugend auf der Kinderhuldigungsfeier am 1. Mai 1934 – Zsolt K. Horváth: Das uralte Orchester der menschlichen Stimme. Politikum, Musik und Kollektivität in der Tätigkeit des Chors von Piroska Szalmás (1930-1940) – Gabriella Rácz: Ein liturgisches Massenfest: die Prozession, Kultursemiotische und historische Aspekte – Elisabeth Großegger: Der Kaiserhuldigungsfestzug (Wien 1908) und Robert Musils Parallelaktion. Wirklichkeitssinn versus Möglichkeitssinn – Magdolna Orosz: «Weltösterreichisches Menschheitswerk». (Massen-)Feste bei Robert Musil und Joseph Roth – Patrick Pfannkuche: Individuum und «Masse» in Maria Leitners Roman Hotel Amerika (1930) – Benedek Kurdi: Durch die schwarze Brille. Öffentlichkeit, Gesellschaft und Verbrechen im Kriminalroman Budapest Noir von Vilmos Kondor (2008) – Márta Horváth: Domkuppeln und Palastfassaden. Berliner und Wiener Kinopaläste der 1910er und 1920er Jahre – Peter Seibert: «Wie die Hunnen mit den Nibelungen das Sonnwendfest feierten». Masseninszenierungen in Fritz Langs Nibelungen – Judit Szabó: Das Ornament und die Matrix. Über die Deutung filmischer Darstellung der Masse bei Kracauer und Benjamin – Zoltán Szendi: Theaterleben in den Feuilletons der Fünfkirchner Zeitung um 1900 – Matjaž Birk: Deutsche und slowenische Erinnerungskultur im Spiegel der Mariborer Periodika aus der Zeit nach dem Zerfall der Donaumonarchie – Erika Garics/Judit Hasznos: Wandel der Aktivitäten und Kompetenzen des jüdischen Vereins OMIKE von seiner Gründung 1909 bis zu seiner Auflösung 1944 – Edit Király: Majestät in Bettlergewand. Figuren der Landschaftsverbesserung am Beispiel der großen Donauregulierung in Wien 1870-1875 – Karin Harrasser: Zusammensetzungen. Prothetische Figuren der Zwischenkriegszeit.