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Die Indikation in der Wunschmedizin

Ein medizinrechtlicher Beitrag zur ethischen Diskussion über «Enhancement»

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Christof Stock

«Schönheits-, Lifestyle-, Wunschmedizin, Enhancement» – mit diesen Begriffen wird der aktuelle Trend umschrieben, das äußere Erscheinungsbild oder die innere Befindlichkeit des Individuums mit medizinischen Mitteln zu optimieren. Angesichts der mitunter persönlichkeitsverändernden Radikalität einiger Maßnahmen ist die Frage aufgeworfen, ob und welche ethischen und rechtlichen Grenzen sich der Mensch beim Einsatz diverser Techniken setzt. Aus der Sicht des Arztes wie des Juristen ist nach dem Sinn und der Reichweite der Indikation zu fragen: Ist die Gesundheit oder der Wunsch des Klienten ausschlaggebend? In Bezug auf drei exemplarisch ausgewählte Handlungsfelder – Reproduktionsmedizin, Kosmetische Operationen, Wunschsektio – werden zunächst die absoluten Grenzen ärztlichen Handelns aufgezeigt. Erforderlich sind sodann eine umfassende Indikationsstellung unter Einschluss psychosozialer Aspekte und eine eingehende Aufklärung. Viele bekannte Prinzipien des Arzthaftungsrechts werden unter dem Aspekt der Wunschmedizin sozusagen neu sortiert und auch für Nichtjuristen verständlich erklärt. Die Arbeit überzeugt durch eine umfassende Gesamtschau.
Aus dem Inhalt: Die medizinethische und -rechtliche Diskussion über Wunschmedizin – Indikation und Informed Consent als Grundvoraussetzung rechtmäßigen ärztlichen Handelns – Heilkunde- und Krankheitsbegriff – Berufs- und Therapiefreiheit – Assistierte Reproduktion, kosmetische Operation und Wunschsektio als Beispielsfelder – Dysmorphophobie – Die Gesetzes- und Sittenwidrigkeit – Die Pflicht zur Indikationsstellung – Das Verhältnis zwischen Indikations- und Aufklärungspflicht – Die Haftung für Indikationsfehler.