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Die Ankylostomiasis im Ruhrgebiet

Ein Beitrag zur Geschichte der Medizinischen Parasitologie

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Heiner Langenfeld

Ankylostoma duodenale findet als tropischer Hakenwurm in Mitteleuropa praktisch nur im Tunnel- und Bergbau seine feuchtwarmen Entwicklungsbedingungen. So kam es 1880 beim Bau des St. Gotthard-Tunnels zu einer Epidemie, die viele Hundert Todesopfer forderte. Um die Jahrhundertwende war der Darmparasit auch bei den Bergleuten an der Ruhr stark verbreitet, konnte jedoch durch eine in ihrem Umfang und ihrer Art bis dahin beispiellose Seuchenbekämpfung innerhalb weniger Jahre ausgerottet werden. In der Arbeit wird dieses wichtige, heute aber fast vergessene Kapitel der Seuchengeschichte dargestellt. Dabei hebt der Autor insbesondere den Kampf, den die damals jungen Wissenschaften der modernen Epidemiologie und Hygiene gegen überkommene Krankheitsvorstellungen führen mussten, als medizinhistorisch exemplarisch hervor.
Aus dem Inhalt: Ankylostoma duodenale, der altweltliche Hakenwurm: Entdeckung und Klassifikation - Ankylostomen als Ursache der tropischen Anämie - Die Blutarmut der Bergleute - Epidemien auch in Mitteleuropa - Der Weg des Parasiten in den Ruhrbergbau - Der sprunghafte Anstieg der Krankenzahlen - Die Kontroverse um die Bekämpfung der Seuche - Die Ausrottung der Ankylostomiasis im Ruhrgebiet als Sieg der modernen Epidemiologie und Hygiene.