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Universalien der Schrift und Schriftverarbeitung

Zu den schrifttheoretischen Prämissen psychologischer Lesemodelle

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Sonja Häffner

Normalerweise werden kognitive Lesemodelle daran gemessen, inwieweit sie menschliches Verhalten beschreiben, erklären und – im Fall von Computersimulationen – auch simulieren können. Kognitive Modelle repräsentieren aber auch Eigenschaften des Gegenstandes, der verarbeitet werden soll. Dies wirft zwei Fragen auf: Welche Merkmale von Schrift werden in kognitiven Lesemodellen abgebildet? Welche Eigenschaften gelten als universal? Auf einer notationstheoretischen Basis werden am Beispiel der deutschen Alphabetschrift und den in Japan verwendeten chinesischen Schriftzeichen (Kanji) universale und spezifische Eigenschaften von Schrift bzw. Schrifttypen benannt. Daraus werden Konsequenzen für eine Modellierung der kognitiven Verarbeitung abgeleitet. Schließlich werden das 2-Wege-Modell und das konnektionistische Dreieckmodell des Lesens an den schrifttheoretischen Anforderungen gemessen.
Aus dem Inhalt: Die Notationstheorie nach Nelson Goodman – Das alphabetische Symbolsystem – Das japanische Symbolsystem – Eigenschaften der Schrifttypen und ihre psychologische Modellierung – Das 2-Wege-Modell – Das konnektionistische Modell – Die schrifttheoretische Angemessenheit der psychologischen Modelle.