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Die Aufgehobene Zeit: Zeitstruktur und Zeitelemente in der Lyrik Johannes Bobrowskis

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Werner Schulz

Ein wichtiger Aspekt in der Lyrik Johannes Bobrowskis ist die Manipulation von Zeit in seinen Gedichten. Bobrowski benutzt Zeit nicht im metaphysischen Sinne, sondern als ein Medium, mit dessen Hilfe er die geschichtliche Vergangenheit des europäischen Ostens rekonstruiert. In diesem Zusammenhang erhält «aufgehobene Zeit» eine dreifache Bedeutung: (1) Wie ein Sammler liest Bobrowski Gegenstände in dieser Landschaft auf, die im Nachhinein eine historische Bedeutung erhalten, (2) historische Zeit wird durch das Benennen dieser Objekte aufbewahrt, (3) die Illusion auf einen Punkt gebündelter (aufgehobener) Zeit wird durch das Überlagern der verschiedenen historischen und persönlich erlebten Zeitebenen erreicht. Aufgabe dieser Arbeit ist es, die Zeitstruktur und Zeit- elemente in Johannes Bobrowskis Lyrik zu analysieren und gleich- zeitig die verschiedenen Methoden zu untersuchen, mittels deren er in einem einzigen Erkenntnismoment das Bewusstsein von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hervorruft.
Aus dem Inhalt: Verschiedene Zeitebenen in Bobrowskis Lyrik - Zeit- raffung durch filmtechnische und optische Aspekte - Traum als Träger für aufgehobene Zeit - Aufgehobene Zeit in den Porträtge- dichten - Rolle des lyrischen Ich als zeitraffendes Element.