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Die Erzählstruktur von Friedrich Theodor Vischers «Auch Einer»

Wesen und Funktion

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Karl Ludwig Stenger

Fr. Th. Vischer ist in erster Linie als einflussreicher Aesthetiker und scharfsinniger Literaturkritiker bekannt. Im Gegensatz zu seinen theoretischen Schriften ist sein Roman Auch Einer (1878) weitgehend in Vergessenheit geraten. Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sich Auch Einer einer grossen Popularität erfreute und seine unkonventionelle Form vielen Kritikern Kopfzerbrechen bereitete. Entweder kritisierten sie die scheinbare Formlosigkeit, oder sie konnten die komplexe Struktur nicht mit ihrer Vorstellung vom Genre «Roman» in Einklang bringen. Die vorliegende Studie zeigt anhand einer detaillierten Strukturanalyse, dass die eigenwillige Form des Romans in engem Zusammenhang mit der pessimistischen Aussage steht: das Scheitern des Protagonisten an der Welt schlägt sich im Polyperspektivismus, dem damit verbundenen Verlust eines festen Standpunktes, der stofflichen Reduktion des Romangeschehens, der Aufhebung der chronologischen Kontinuität und der Auflösung der Romanform nieder.
Aus dem Inhalt: Rezeption und Forschungslage - Vischers Romankonzeption - Die beiden Versionen des Auch Einer - Der periphere Ich-Erzähler - Albert Einhart als Erzähler - Das Zusammenwirken der Erzählsituationen - Auch Einer im Kontext des Romans des 19. Jahrhunderts.