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Subjekt-Objektbeziehungen bei Balzac, Flaubert und Nathalie Sarraute

Unter besonderer Berücksichtigung der Sprachproblematik

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Erhart Linsen

Die Beziehungen zwischen «innen» und «aussen», für Balzac noch in einem eindeutigen Verweisungszusammenhang, werden von Flaubert durch subjektive Assoziationsprozesse modifiziert und erhalten bei Sarraute eine völlig neue Funktion: «Romanfiguren» lösen sich zugunsten widersprüchlicher Projektionen auf, Objekte werden zu Kristallisationspunkten für Spannungen, Aggressionen und Ängste. Diese Desintegration des traditionellen Sinngefüges wird erst vor dem Hintergrund der Sprachproblematik verständlich. Verbale Interaktion im Roman und Reflexion über «écriture» erhalten bei Flaubert einen entscheidenden Bruch, der aber auch den Weg freilegt für einen radikalen Neuansatz, wie er sich dann bei Sarraute manifestiert; «prélangage», «sous-conversation» und die Ambivalenz der Klischees werden zu konstituierenden Konzepten ihres Wirklichkeitsentwurfs.
Aus dem Inhalt: U.a. Die Bedeutung der Kunstobjekte - Faszination der Dummheit - Der andere als Reflektor des eigenen Gefühls - Entrealisierung der Objekte - Konturierung und Dispersion - Dialektik der Klischees.