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Polyphonie und Improvisation

Zur offenen Form in Günter Grass' "Die Rättin</I>

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Klaus-Jürgen Roehm

Ein bis jetzt von der Forschung wenig beachteter Aspekt im Werk des Autors Günter Grass ist seine eigenwillige Gestaltungsweise. Die vorliegende Studie liefert eine sorgfältige und einfühlsame Analyse der Grass'schen Kompositionsmethode am Beispiel der Rättin, seinem vorläufig letzten großen Erzählwerk. Die Untersuchung gipfelt in der Frage nach der Funktion der besonderen Gestaltung dieses Romans; die Methode der Darstellung steht in auffallender Spannung zum Dargestellten. Mit feinem Gespür wird die Verbindung mit dem Weltbild von Grass erkannt, und die Romanstruktur als Ausdruck seiner Haltung gegenüber den politischen und kulturellen Gegebenheiten aufgezeigt, mit denen er sich in seinem Erzählwerk auseinandersetzt.
In the research on the work of Günter Grass, little consideration has been given to his original way of structuring his novels. This study gives a careful and sensitive analysis of the compositional method employed by Grass in The Rat, his most recent full length novel. The examination culminates in the question about the function of the particular form of this novel; the method of representation stands in striking tension to that which is represented. With perceptive insight, the form is understood in connection to Grass's world view and shown as expression of his attitude towards the political and cultural realities that he deals with in this novel.