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Die «Wirklichkeit» der Mutmassungen

Eine politische Lesart der «Mutmassungen über Jakob» von Uwe Johnson

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Der Verfasser dokumentiert und analysiert die Aufnahme des Romans in der Bundesrepublik und in der DDR, er untersucht die vom Autor eingesetzten Erzähltechniken, er bezieht die Handlung auf den realhistorischen Hintergrund des Jahres 1956, er weist die bedeutende Funktion des Zitats innerhalb der künstlerischen Ökonomie der «Mutmassungen» nach. Zwischen all diesen verschiedenen Aspekten ergeben sich im Verlauf der Darstellung Querverbindungen, die neue Einblicke in die Textur des Romans erlauben. Als politisch werden hier nicht nur Fakten, Inhaltliches, sondern in zumindest gleichem Masse formale Qualitäten verstanden. Ziel der Arbeit ist es, die politischen Implikationen einer narrativen Form, und damit die kritische, aufklärerische Leistung eines künstlerischen Verfahrens ins Licht zu stellen.
Aus dem Inhalt: Zweifelhafte Identitätszuweisung: «Dead Author's Identity in Doubt» - Rezeption der Dialog-Partien - Literarhistorische Anmerkungen zur Dialogisierung - Politische Implikationen einer formalen Gestalt - Dispatcherdienst bei der Deutschen Reichsbahn - Die «wissenschaftliche Versammlung» und die Kampfgruppen der SED - Die Geheimrede des Nachfolgers - Gestaltete Erinnerungen - Die Urgeschichte von Mecklenburg.