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Literaturrezeption und historische Krisenerfahrung

Die Rezeption der Dramen Chr. D. Grabbes 1827-1945

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Michael Vogt

Das Problem der Literaturrezeption wird am konkreten Beispiel aus historischer Perspektive beleuchtet. Die Dramen Chr. D. Grabbes sind seit ihrer Entstehung während der Restaurationszeit höchst wechselvoll mit unterschiedlichen Bedeutungen belegt worden: den Jungdeutschen, den Naturalisten, Expressionisten und Brecht galt Grabbe ebenso als Exponent eigener dramatischer Bestrebungen wie etwa den Patrioten der Bismarck-Ära, den Vertretern der Heimatkunstbewegung und des Nationalsozialismus. Die empirischen Befunde zur Rezeptionsgeschichte führt der Autor auf widersprüchliche Textstrukturen zurück und entwickelt schliesslich eine materiale Theorie der Literaturrezeption als Moment historischer Krisenerfahrung.
Aus dem Inhalt: U.a. Urteile der Zeitgenossen - Ruhephase der Rezeption zwischen Grabbes Tod und den 1890er Jahren - Grabbe-Renaissance vor dem Hintergrund der Kulturkrise der 90er Jahre - Die Ära der Theaterinszenierungen - Grabbe als Ideologie des Nationalsozialismus - Widersprüchlichkeit als ästhetisches Prinzip - Diskontinuitätserfahrung.