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Die Erzählerin Hilde Spiel oder «Der weite Wurf in die Finsternis»

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Waltraud Strickhausen

Das literarische Werk der österreichischen Exilautorin Hilde Spiel (1911-1990) vermittelt dem Leser ein kritisches Bild unseres Jahrhunderts aus der Sicht einer politisch unabhängigen Frau. Die vorliegende Studie konzentriert sich auf ihre erzählende Prosa und untersucht sie in ihrem zeitgeschichtlichen und biographischen Kontext. Im Mittelpunkt des Interesses steht Hilde Spiels Auseinandersetzung mit verschiedenen, widersprüchlichen Identitätsmustern und politischen Weltbildern: Europäertum versus nationale Identitäten, Bewahrung jüdischer Traditionen oder Assimilation, Sozialismus versus Kapitalismus. Im Spannungsfeld solcher Antagonismen zeigen ihre Werke eigenständige Positionen auf, die über den begrenzten Horizont der Zeit hinausweisen. Humanität und Toleranz als Wertmaßstäbe des Handelns im politischen wie im privaten Leben - diese literarische Botschaft Hilde Spiels ist heute aktueller denn je.