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Ostermärchen und Ostergelächter

Brauchtümliche Kanzelrhetorik und ihre kulturkritische Würdigung seit dem ausgehenden Mittelalter

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Volker Wendland

Der als «Ostermärchen» und «Ostergelächter» überlieferte Kanzelbrauch blieb bislang in kulturgeschichtlichen Abhandlungen meist Gegenstand mythologisierender Spekulationen. Der Autor hat die Entstehung der Erzählgattung in entlegenen Quellen aus dem Spätmittelalter aufgespürt und ihr Schicksal bis zum Versiegen gegen Ende der Aufklärungszeit verfolgt. Die kritisch edierten und mit stoff- und motivgeschicht- lichen Nachweisen versehenen Texte liefern reiche Belege zur Volkserzählung, vertreten in Gattungen wie Fabel, Allegorie, Exempel, Fazetie oder Schwank. In dieser tendenziell moralsatirischen Literatur, die auch Gegenstand von Konfessionspolemik und Kulturkampf war, spiegelt sich zugleich der Wandel in Frömmigkeit, Aesthetik und Traditionsbewusstsein.
Aus dem Inhalt: Das Predigterzählgut, seine didaktische Funktion und seine theologische Implikation - Das Ostergelächter, seine Deutung, Wertung und Aetiologie seit dem Humanismus - Das Ostermärchen, Texte vom Mittelalter bis zum Versiegen im 19. Jahrhundert - Topographie und Onomasiologie des Brauches - Literaturverzeichnis - Indizes.