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Wort und Fleisch

Körperallegorien, mystische Spiritualität und Dichtung des St. Trudperter Hoheliedes im Horizont der Inkarnation

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Hildegard Elisabeth Keller

Das alttestamentliche Hohelied der Liebe, eine Hauptquelle poetischen Liebesausdrucks in der mittelalterlichen Literatur, liegt der ersten deutschsprachigen mystischen Dichtung, dem für Frauen bestimmten St. Trudperter Hohelied, zugrunde. Ausgerechnet die körperhafte, erotische Hoheliedsprache dient den geistlichen Menschen im Kloster als willkommenes Gefäss für den Diskurs über transzendente Liebe, als didaktisches Medium einer vom Individuum getragenen religiösen Empfindungskultur und als poetischer Anlass, die Fleischwerdung des göttlichen Wortes zu feiern. Mitten aus dieser Spannung zwischen Geist und Fleisch erwachsen vielfältige Fragestellungen rund um die menschliche Körperlichkeit. Am Leitfaden des St. Trudperter Hoheliedes erschliesst sich gerade aus dem spannungsvollen, nach Bewältigung drängenden Impuls des Hoheliedes der Liebe heraus ein christlich-monastisches Verständnis von Welt und Leben, Mensch und Gott, Sprache und Körper, das uns Heutigen die Augen für eine christliche Phänomenologie von Geist und Körper, Wort und Fleisch zu öffnen vermag.
Aus dem Inhalt: Leben im Leib: Fragen zur menschlichen Existenz - Der allegorische Körper oder Transparenz des Fleisches - Der gottfähige Mensch - Mystische Spielarten: Schmelzmystik, Essmystik und Brautmystik.