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Rhetorische Philosophie

Leseversuche zum metaphorischen Diskurs in Nietzsches «Also sprach Zarathustra»

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Peter Gasser

Für kein Werk Nietzsches als für «Also sprach Zarathustra» trifft die Bemerkung mehr zu, dass das Werk wesentlich in seiner Wirkung beruhe. Umgekehrt ist die Erklärung für die intensive Rezeption und die weite Streuung ihrer Positionen in der Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit von Zarathustras bildlichem Sprechen zu vermuten.
Die vorliegenden Leseversuche beschreiben unter wechselnden Aspekten den metaphorischen Diskurs dieses «Buches für Alle und Keinen» mit der methodischen Vorgabe, die Eigenart von Nietzsches Philosophie als Integral der figuralen Sprache zu lesen. Diesen Zugriff legitimiert das Sprachdenken der nachgelassenen Frühschriften, das Sprache mit Rhetorik gleichsetzt und diese gegenüber der Logik rehabilitiert. Nietzsches Einsicht, dass alle philosophische Reflexion Effekt eher denn Ursprung eines tropologischen Darstellungsspiels ist, nimmt eine Korrektur der einseitig auf den Begriff, den Logos, zentrierten Ausrichtung des metaphysischen Denkens vor. Mit dem Widerruf des Logozentrismus leitet Nietzsche auch einen philosophiegeschichtlichen Paradigmenwechsel ein, der die seit Platon geführte Debatte, die Dichten und Denken in einen abstrakten Gegensatz bringt, aufgreift und überwindet.
Aus dem Inhalt: Der metaphorische Diskurs - Von alten und neuen Gleichnissen - Text der Metamorphosen - Metamorphosen des Textes - Die Ellipse der Sonne - Die ewige Wiederkehr und ihre Texte - Rhetorik des Sprechens - Rede der Maske - Sprache des Leibes - Philosophische Selbstdarstellung als Parodie - Rhetorik und Philosophie.