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Lessings «Minna von Barnhelm» im Gegenlicht

Glück und Unglück der Soldaten

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Simonetta Sanna

Die vorliegende Studie über Lessings «Minna von Barnhelm» versteht sich als Basislektüre. Die Stolpersteine der Interpretationsgeschichte werden nicht aus dem Weg geräumt - die Rekonstruktion der Lessingschen Chiffrebotschaft zeigt vielmehr, daß sie bewußt gelegt sind.
Minna erscheint in der vorliegenden Deutung als Urheberin von Tellheims Wandlungsprozeß, Franziska und Werner werden zu Protagonisten einer Gegenhandlung mit potentiell tragischem Ausgang und der König, ein entmachteter deus ex machina, erscheint als Verlierer. Die Feinstruktur des Lustspiels läßt sich u.a. anhand der Koordinaten des Sehens und Hörens verfolgen. Schließlich befaßt sich die Studie auch mit dem Verhältnis des Stücks zur sächsischen Typenkomödie, zur Commedia dell'arte und zu Lessings gesamtem Theaterentwurf. Die Positionen, die Lessing vor dem Hintergrund der deutschen und europäischen Aufklärung in der Frage des Verhältnisses zwischen Individuum und Gesellschaft bezieht, haben bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren.
Aus dem Inhalt: Die Struktur der Minna-Tellheim-Handlung: Tellheims Wandlungsprozeß - Die Gegenhandlung Franziska-Werner - Die Indizialfunktion der zweiten Szenen - Die Isotopie des Sehens und Hörens - Die Isotopie der Modalverben - Die Gegenform zur sächsischen Typenkomödie und die Rezeption der commedia dell'arte.