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Rassenideologien in der Sozialwissenschaft

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Marco Schütz

Der Autor zeigt am Beispiel der Schriften von Ludwig Gumplowicz, Gustave Le Bon, Georges Vacher de Lapouge und Ludwig Woltmann, wie im Zeitraum von 1880 bis 1910 die Rassenideologien die Sozialwissenschaft neu zu begründen suchten. Notwendiger Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist eine Bestimmung der Wurzeln jener pseudo-wissenschaftlichen Rassentheorien, die ideengeschichtlich im 19. Jahrhundert unter dem Zusammenwirken von Positivismus, Biologie, Anthropologie und Geschichtstheorie entstanden sind. Die unterschiedliche nationale, soziale und intellektuelle Herkunft der vier Rassentheoretiker - sowie auch ihre verschiedenartige Interpretation des Begriffs der Rasse - spiegelt sich in der jeweiligen Ausformung ihrer Ideologien wider. Das gilt insbesondere für ihre unterschiedliche Haltung gegenüber dem Sozialismus und dem Nationalismus. Gemeinsam war ihnen jedoch das Bestreben, durch den Entwurf einer neuen Moral und Sozialethik der auf dem Begriff der Rasse fußenden positivistischen Sozialwissenschaft die Krone aufzusetzen. Eine Analyse der Rezeptionsgeschichte der vier Rassentheoretiker vervollständigt die vorliegende Arbeit. Es wird dabei deutlich, daß in Frankreich und Deutschland unterschiedlich geartete Rassenideologien Erfolg hatten.