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Was uns fehlt

Utopische Momente in «Juntacadáveres» von Juan Carlos Onetti

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Markus Fischer

Die Utopie hatte einmal nichts weniger als das Paradies auf Erden versprochen - davon ist bei Onetti nicht viel übriggeblieben. Dennoch halten sich die Sehnsüchte seiner Romanfiguren, gerade weil ihre Lebensentwürfe allesamt scheitern, am Leben. Die Kraft dazu beziehen sie aus der ständig prekärer werdenden utopischen Hoffnung auf ein erträgliches Dasein.
Aus diesem utopischen Andern besteht auch Onettis Roman. Literatur, so stellt eine der Denkfiguren des Autors fest, ist aus dem gemacht, was uns fehlt. Für diese Herkunft aus dem Mangel hat Onetti in Juntacadáveres eine unmittelbar einleuchtende Darstellungsweise gefunden. Allem Pessimismus zum Trotz scheint er in den Roman als Gattung noch einen Rest skeptischen Vertrauens zu setzen.